Matratzen für die Dekubitustherapie bzw. Vorbeugung gegen Wundliegen

15. 05. 18

Wo liegen die Unterschiede bei den verschiedenen Systemen?

Im Artikel vom 19.11.2014 hatten wir uns mit dem Thema Druckgeschwüre genauer auseinandergesetzt. Heute informieren wir über verschiedene Matratzen, die einerseits zur Vorbeugung und andererseits zur Therapie von Dekubitus (Wundliegen/Druckgeschwüre) verwendet werden.

Matratzen zur Prävention oder Therapie von Dekubitus können grob in aktive und passive Systeme eingeteilt werden:

  • Aktive Systeme bewegen den Patienten durch wechselnden Druck in Luftkissen. Sie werden von einem Motor betrieben und entweder als Matratzenauflagesysteme oder Matratzenersatzsysteme angeboten.
  • Passive Systeme sind in der Regel Schaumstoffmatratzen, welche durch verschiedene Materialien und Einschnitte Scherkräfte und Druck minimieren. Sie können ebenfalls zur Prophylaxe und Therapie verwendet werden, es muss jedoch gewährleistet sein, dass sich der Patient selbst bewegen kann. Eine Anwendung bei Lähmungserscheinungen wird daher meist nicht empfohlen.

Neben der Unterscheidung zwischen aktiven und passiven Systemen gibt es drei große Gruppen, in die man Hilfsmittel zur Lagerung bei Dekubitus einteilen kann:

  • Schaumstoffmatratzen
  • Wechseldruckmatratzen
  • Hybridsysteme

 Wechseldruckmatratze SLK IHybridmatratze SLK BlueCareSchaumstoffmatratze SLK ViscoCare 

Schaumstoffmatratzen:

Schaumstoffmatratze SLK ProfiSoftJe nach Fortschritt der Erkrankung werden hier entweder hochwertige Kaltschaummatratzen mit speziellen Einschnitten oder viskoelastische Matratzen mit Memoeffekt verwendet. Bei cura domestica werden alle Dekubitussysteme mit Bezügen ausgeliefert. Diese eignen sich einerseits sehr gut um Scherkräfte zu minimieren und sind andererseits atmungsaktiv, wasserfest (auch im Reißverschlussbereich), waschbar und für Allergiker geeignet.

 

 

 

Wechseldruckmatratzen:

Wechseldruckmatratze SLK IHier gibt es Matratzenauflage- und -ersatzsysteme. Speziell bei Matratzenauflagesystemen muss auf die Gesamthöhe der Schaumstoffunterlage und der Wechseldruckmatratze geachtet werden. Diese soll nicht zu hoch sein, da eventuell notwendige Seitengitter eines Pflegebettes zu niedrig werden könnten und die Gefahr besteht, dass der Patient aus dem Bett fällt. Aus diesem Grund gibt es sehr dünne Matratzen als Unterlage. Solange die Gesamthöhe passt, spricht auch nichts gegen die Verwendung einer alten Schaumstoffmatratze als Unterlage.

Alle Matratzen in unserem Sortiment bestehen aus Luftkammern, die abwechselnd ihren Druck ändern. So wird der Patient sanft bewegt. Dies ist ausgezeichnet für immobile Personen geeignet.

 

 

 

Hybridsysteme:

Hybridmatratze SLK GreenCareDiese Neuheit vereint die Technik der Schaumstoffmatratze mit der der Wechseldruckmatratze.

Auch wenn die Motorgeräusche unserer Wechseldruckmatratzen sehr leise sind kann es sein, dass sie sehr empfindliche Menschen beim Einschlafen stören. Mit der SLK GreenCare kann Abhilfe geschaffen werden. Es handelt sich hierbei um eine Wechseldruckmatratze, welche ohne Motor auskommt. Die Technik dahinter ist ähnlich der neuen Isomatten, die sich von alleine mit Luft füllen: Durch die Bewegungen des Patienten strömt die Luft in die Luftkammern ein und aus. Daher ist sie wie die Schaumstoffmatratzen nur für (teil-)mobile Patienten geeignet.

Bei der SLK BlueCare handelt es sich um ein Produkt, das auch in der Schmerztherapie zum Einsatz kommt. Die Luftkammern werden aktiv durch einen Motor angesteuert, die einzelnen Luftkammern haben aber auch einen integrierten Zellkern aus Schaumstoff.

 

 

 

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Da der Umfang der Kostenübernahme sehr stark von der Krankenkasse und der Art der Erkrankung abhängt, können wir hier leider keine allgemeine Aussage treffen und nur direkt an die zuständige Krankenkasse verweisen. Für gewöhnlich kann man sagen, dass die Dekubitustherapie eine Krankenkassenleistung ist und die Prophylaxe selbst finanziert werden muss. Man kann von der Krankenkasse bezahlte Dekubitustherapiesysteme anmieten. Ist jedoch der Dekubitus weg, so ist auch die Matratze weg. Man sollte sich also Gedanken machen, ob man zur Prävention auch nach der Abheilung der Wunden weiterhin eine gute Matratze möchte. Hierfür ist aus unserer Erfahrung der Kauf solcher Systeme zu empfehlen.

 

Woher weiß ich, welches System für mich geeignet ist?

Sprechen Sie am besten mit dem behandelnden Hausarzt über die weiteren Schritte. Er weiß genau, welches System am besten geeignet ist. In manchen Bezirken wird auch mobiles Wundmanagement angeboten. Die dort tätigen Pflegekräfte können ebenfalls gute Empfehlungen geben.

Um ein geeignetes Produkt auswählen zu können sollte man sich folgende Fragen stellen:

  • Ist bereits ein Dekubitus vorhanden oder wird eine prophylaktische Maßnahme angestrebt?
  • Welcher Dekubitusgrad besteht?
  • Passt das Körpergewicht zum empfohlenen Patientengewicht der Matratze?
  • Ist der Patient immobil oder kann er sich noch selbst bewegen?
  • Ist der Bezug wasserdicht, atmungsaktiv und waschbar?

Weiter unten finden Sie eine Übersicht über alle von cura domestica angebotenen Produkte. Um mehr Details über die Produkte zu erfahren besuchen Sie unsere Homepage (www.cudo.eu) oder fordern Sie einen Katalog an.

 

Übersicht Wechseldruckmatratzen:

  Eco 1+2  Eco 3+4  SLK I  SLK II  SLK III  SLK IV  Pain&Therapy  KiddyCare 
bis Dekubitus Kategorie  II IV II III III IV IV IV
Patientengewicht in kg 30-140  30-140  40-110  40-135  40-195  40-250  30-135  3-75 
Matratzenersatzsystem nein nein nein nein ja ja ja ja
Überlänge erhältlich nein nein nein ja ja ja ja nein

 

Achtung! Alle angeführten Wechseldruckmatratzen sind aktive Dekubitussysteme

 

Übersicht Schaumstoffmatratzen und Hybridsysteme:

  FoamCare  ProfiSoft  ViscoCare  GreenCare  BlueCare 
bis Dekubitus Kategorie  II III III IV IV
Patientengewicht in kg 30-130 30-180 30-200 20-195 20-180
Matratzendicke in cm 12 oder 14  15 15 18 18
Überlänge erhältlich ja ja ja nein nein
Hybridsystem nein nein nein ja ja

 

Achtung! Die BlueCare Matratze ist eine Matratzenauflagesystem und ein aktives Dekubitussystem, alle anderen sind passiv und Matratzenersatzsysteme

 

Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle können wir keine Haftung für die Vollständigkeit oder Richtigkeit dieses Artikels übernehmen.

 

© Sabine Diemt, Geschäftsführer von cura domestica

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