Depressionen bei der Pflege

15. 02. 12

Wie Shiatsu gegen Depressionen helfen kann

Gerade in der dunklen Jahreszeit neigen wir gerne dazu die Welt ein bisschen melancholischer zu betrachten. Wenn dann noch große seelische oder auch körperliche Belastungen z.B. bei Pflegeberufen hinzukommen wird der Druck, der auf unseren Schultern lastet, noch größer.

Bis heute sind die Ursachen für Depressionen nicht genau geklärt. Man geht davon aus, dass viele unterschiedliche Faktoren dazu beitragen. Primär unterscheidet man zwischen vier verschiedenen möglichen Ursachen:

  • Genetische Veranlagung: Kinder von depressiven Eltern haben eine höhere Wahrscheinlichkeit depressiv zu werden
  • Saisonale Depression: durch eine geringe Lichtmenge wird bei manchen Menschen die Ausschüttung bestimmter Botenstoffe im Gehirn vermindert, und es kommt zu einer sogenannten Winterdepression
  • Reaktive Depression: als Reaktion auf ein erschütterndes oder einschneidendes Erlebnis, z.B. Tod eines geliebten Menschen, Verlust des Jobs,...
  • Erschöpfungsdepression: bei chronischer Überforderung gerade in pflegenden Berufen

 

Wie kann Shiatsu nun helfen?

In Hara Shiatsu interessiert uns weniger die Symptomatik als vielmehr der Zustand der Energie im Körper/Geist-System. Im Falle von Depressionen unterscheiden wir zwei grundlegende energetische Tendenzen. Entweder es ist zu wenig Energie im System – meistens bei der saisonalen oder der Erschöpfungsdepression. Hier gilt es die fehlende Energie des Klienten wieder aufzubauen und zu stärken. Oder es ist zuviel Energie im System, die jedoch stagniert oder sich nicht bewegen kann – reaktive Depression. Hier gehört die Energie und das System bewegt, geöffnet und mobilisiert, sodass die Energie wieder in Fluss kommt.

Die Grenze zwischen normaler Niedergeschlagenheit und einer Depression ist meist fließend. Wie kann man also feststellen ob bereits eine depressive Störung vorliegt? Folgende Punkte können bei der Beurteilung hilfreich sein:

  • Fehlendes Interesse und Freude an normalen Aktivitäten und Vergnügen
  • Veränderung von Persönlichkeitszügen, wie zum Beispiel plötzliche Aggressivität
  • Geringer Appetit / Gewichtsverlust oder erhöhter Appetit und Gewichtszunahme
  • Einschlafstörungen, Schlafstörungen, frühzeitiges Erwachen gefolgt von Grübeln
  • Konzentrationsschwierigkeiten, langsamer Gedankengang
  • Wiederkehrende Gedanken über den Tod, Selbstmordgedanken, Selbstmordversuche
  • Verringerte sexuelle Energie
  • Rastlosigkeit oder Trägheit
  • Geringeres Selbstbewusstsein
  • Weinerlichkeit
  • Geringerer oder erhöhter Schlafbedarf
  • Sozialer Rückzug
  • Fehlende Energie, Müdigkeit

 

Die fünf Elemente

Die chinesische Philosophie und auch das Leben in China sind nach wie vor geprägt von einigen klassischen Lehren. Eine dieser grundlegenden Lehren ist die der fünf Elemente. Gemäß ihrer Annahmen bilden fünf Elemente die Basis allen Seins auf der Welt: Wasser, Holz, Feuer, Erde und Metall. Diese Elemente sind untrennbar miteinander verbunden, sie alle beeinflussen einander direkt oder indirekt. Aus einem Element entsteht ein zweites, ein Element nährt ein anderes und kann ein anderes wiederum zerstören. In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) sind den Elementen Organe zugeordnet. Solange alle Elemente harmonisch interagieren, sich die Funktionen der einzelnen Organe untereinander also ausgleichen, ist der Körper gesund und stark. Oder anders ausgedrückt: Die Lebensenergie ist im Fluss. Anders sieht es aber aus, wenn ein Element die Oberhand gewinnt oder schwächer wird: Dann ist das Gleichgewicht der Elemente nicht mehr gegeben, der Energiekreislauf gestört, eine Krankheit bricht aus. Demzufolge ist es die Aufgabe von Hara Shiatsu, das schwache Element zu stärken oder die zu starken Elemente zu beruhigen. Durch tonisierendes (nährendes) Arbeiten an den Meridianen können schwächere Organe unterstützt werden, sowie mit sedierender (zerstreuender) Technik Organe in ihrer Dominanz geschwächt werden.

Shiatsu ist daher eine wirklich gute alternativmedizinische Methode depressive Verstimmung bzw. auch Depressionen zu behandeln. Wichtig ist aber auch hier anzumerken, dass eine Shiatsu-Behandlung keinen Arztbesuch und keine ärztliche Diagnose ersetzen, sehr gut aber als begleitende Maßnahme eingesetzt werden kann!

 

© Sabine Bader, Dipl. Hara Shiatsu Practitioner
www.harashiatsu-tulln.at

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