Pflegereform Österreich

14. 10. 08

Die Pflegereform in Österreich hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack.

Das Bundesministerium für Finanzen nennt es "Maßnahmen zur Optimierung und Kostendämpfung", für viele Betroffene bedeutet es eine zusätzliche finanzielle Belastung in einer ohnehin schon schwierigen Zeit. Auf den ersten Blick bringt die Pflegereform ab 01.01.2016 mehr Geld (+ 2 %), allerdings wird der Zugang zum Pflegegeld bereits ab dem nächsten Jahr erschwert. Die Mehrheit der Pflegebedürftigen sind in der Pflegestufe 1 und 2 (österreichweit: ca. 448.000 Bezieher von Pflegegeld; Niederösterreich: ca. 90.000 Bezieher von Pflegegeld, davon ca. 46.000 mit der Pflegestufe 1 und 2). In Zukunft muss der Pflegebedarf für genau diese Pflegestufen höher als bisher sein, womit viele gar kein Pflegegeld mehr erhalten werden. Die Anhebung des Pflegebedarfs gilt für alle Neuanträge ab 01.01.2015.

Übersicht über die Pflegestufen mit den geplanten Änderungen durch die Pflegereform:

Pflegebedarf in Std./Monat Pflegestufe Pflegegeld in €/Monat netto geplante Änderung 2015/16
mehr als 60 Std. 1 EUR 154,20 mehr als 65 Std. Pflegebedarf
EUR 157,30
mehr als 85 Std. 2 EUR 284,30 mehr als 95 Std. Pflegebedarf
EUR 290,00
mehr als 120 Std. 3 EUR 442,90 EUR 451,80
mehr als 160 Std. 4 EUR 664,30 EUR 677,60
mehr als 180 Std., wenn
außergewöhnlicher Pflegeaufwand
erforderlich ist
5 EUR 902,30 EUR 920,30
mehr als 180 Std., wenn
zeitlich unkoordinierbare
Betreuungsmaßnahmen erforderlich
sind und diese regelmäßig
während Tag und Nacht zu
erbringen sind oder
die dauernde Anwesenheit einer
Pflegeperson während Tag und
Nacht wegen der Wahrscheinlichkeit
einer Eigen- oder Fremdgefährdung
erforderlich ist
6 EUR 1.260,00 EUR 1.285,20
mehr als 180 Std., wenn
keine zielgerichteten
Bewegungen der vier
Extremitäten mit funktioneller
Umsetzung möglich sind oder
ein gleich zu achtender
Zustand vorliegt
7 EUR 1.655,80 EUR 1.688,90

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